CONSTANZE 3/4



Johannes Spalt -

Architekt, Forschender, Lehrender

Der Erfinder der Leichtigkeit.

Johannes Spalt (1920-2010) zählte zu den markantesten Persönlichkeiten der österreichischen Architekturszene und hat diese wegweisend mitgeprägt. 1952 schloss er sich mit Otto Leitner, Wilhelm Holzbauer und Friedrich Kurrent zur „Arbeitsgruppe 4“ zusammen. Die Gruppe entwickelte Konzepte, die für die folgenden Jahrzehnte wichtige Impulse lieferten.

Die Begegnung mit Wittmann im Jahr 1958 hat für Spalt den ausschlaggebenden Anstoß gegeben, sich näher mit Möbeldesign zu beschäftigen. Johannes Spalt war mehr Konstrukteur als Designer. Seine Handschrift als Entwerfer rührt von seiner Überzeugung dass Architektur leicht und transparent sein muss. Spalt studierte in den Kriegsjahren Flugzeugbau. Das Wissen, das er dabei erwarb hat ihn geprägt und sein Interesse an zarten, einfachen Konstruktionen geweckt.

Auch im Möbelbau lässt sich Leichtigkeit nur durch präzise durchdachte Konstruktionen erreichen. Im Jahr 1960 entstanden als erstes gemeinsames Projekt mit Wittmann die ¾ Möbel: Ein Sessel, ein Hocker und ein Beistelltisch. Der Name leitet sich vom Spitznamen der Arbeitsgruppe 4 ab, die nach dem Austritt von Otto Leitner charmant „die ¾ - ler“ genannt wurde. 1961 folgte die Constanze Bank, die mit einem eigens entwickelten Mechanismus von einer Sitzbank zu einem Bett verändert werden konnte.

Spalt und Wittmann verband eine jahrzehntelange Zusammenarbeit in der unzählige gemeinsame Projekte realisiert wurden. Johannes Spalt war wegweisender Begleiter des Unternehmens. In einem Bereich auch ein Wegbereiter: Ende der 1960er Jahre stellte er den Kontakt zu Carla Hoffmann her und spielte eine maßgebliche Rolle in der Entwicklung und Umsetzung der Re-Creation Josef Hoffmann.

Heute erscheinen Linienführung, Funktion und Stilistik der ¾ Möbel ungebrochen modern und zeitgeistig. Grund für Wittmann, sie erneut auf die Bühne der zeitlosen Möbeldesigns zu stellen und sie erfrischt ins Hier und Jetzt zu holen. In unverwechselbar präziser handwerklicher Verarbeitung sitzt beim Fauteuil „3/4“ eine verpolsterte Formholzschale auf einem glanzverchromten Aluminiumkreuz. Eine weitere Formholzschale gibt dem meisterhaft versteppten Sitzelement Stabilität. Die Stellung der Beine löst die Kompaktheit des soliden Polsterteils auf – ganz im Sinne der von Spalt erwünschten Leichtigkeit. Die Armlehnen geben dem Möbel seine charakteristische Form. Ein Hocker in derselben Machart und ein Tisch vervollständigen die Gruppe.

Spalt wollte „intelligente Möbel, die eine Wohnkultur ermöglichen“. Mit der Neuauflage der ¾ Möbel möchte Wittmann diesem Leitsatz bleibenden Nachdruck verleihen.